Entschädigung Erwerbsersatz Corona

Entschädigung Erwerbsersatz Corona

Selbstständigerwerbende, die einen Erwerbsausfall erleiden, weil sie ihre Tätigkeit einstellen müssen oder weil sie wegen der behördlichen Massnahmen weniger oder keine Arbeit mehr haben, haben Anrecht auf eine Entschädigung für Erwerbsausfall. Auch freischaffende KünstlerInnen, Eltern mit Betreuungspflichten und Personen in Quarantäne können Ansprüche geltend machen.

  • Härtefall-Regelung

    Voraussetzung

    • Der Erwerbsausfall muss nachweislich aufgrund von Einschränkungen bezogen auf die Massnahmen des Bundes entstanden sein.
    • Das AHV-pflichtige Einkommen 2019 liegt zwischen 10'000 und 90'000 Franken. Als Basis für die Entschädigung dient die aktuellste Beitragsverfügung des Jahres 2019

    Wann beginnt der Anspruch auf die Entschädigung?
    Der Anspruch beginnt am Tag, an dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, also frühestens am 17. März 2020.

    Wann endet der Anspruch auf die Entschädigung?
    Selbständigerwerbende welche einen indirekten Erwerbsausfall erleiden (Härtefälle), haben Anspruch bis maximal am 16. September 2020.

    Gibt es die Entschädigung auf jeden Fall?
    Wenn Sie bereits Leistungen aus einer anderen Sozial- oder Privatversicherung beziehen, haben Sie keinen Anspruch auf die Entschädigung.

    Hinweis
    Die Ausgleichskassen behalten sich vor, nachträgliche Prüfungen vorzunehmen und Zusatzdokumente einzufordern. Sollte sich dabei herausstellen, dass aufgrund der Massnahmen kein Erwerbsausfall entstanden ist, so sind die dadurch unrechtmässig bezogenen Leistungen zurückzuerstatten.

  • Betriebsschliessung

    Voraussetzungen

    Folgende öffentlich zugängliche Einrichtungen mussten aufgrund des Bundesratsbeschluss ab 17.3.2020 schliessen und können nun einen Anspruch geltend machen:

    • Einkaufsläden und Märkte (mit Ausnahmen!)
    • Restaurationsbetriebe
    • Betriebe mit personenbezogenen Dienstleistungen mit Körperkontakt wie Coiffeure, Massagen, Tattoo-Studios und Kosmetik
    • Barbetriebe sowie Diskotheken, Nachtclubs und Erotikbetriebe
    • Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe: Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzerthäuser, Theater, Casinos, Sportzentren, Fitnesszentren, Schwimmbäder, Wellnesszentren, Skigebiete, botanische und zoologische Gärten und Tierparks
      Vergl. (Art. 6 Abs. 2 COVID-19-Verordnung 2)

    Für die Entschädigung gilt kein Höchstalter: Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, besteht auch im Rentenalter Anspruch darauf. 

    Wann endet der Anspruch auf die Entschädigung?
    Spätestens am 16. September 2020.

    Gibt es die Entschädigung auf jeden Fall?
    Wenn Sie bereits Leistungen aus einer anderen Sozial- oder Privatversicherung beziehen, haben Sie keinen Anspruch auf die Entschädigung.

  • Kinderbetreuung

    Voraussetzungen

    • Eltern mit Kindern unter 12 Jahren, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, weil die Fremdbetreuung der Kinder nicht mehr gewährleistet ist, haben Anspruch auf eine Entschädigung, wenn sie im Zeitpunkt des Erwerbsunterbruchs: 
      • obligatorisch bei der AHV versichert sind (also in der Schweiz wohnen oder in der Schweiz erwerbstätig sind); und 
      • einer unselbständigen oder selbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen. 
    • Der Betreuungsbedarf muss auf Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus zurückzuführen sein. 
    • Wenn die Arbeit von zu Hause aus möglich ist (Home Office), besteht kein Anspruch auf Entschädigung.  
    • Arbeitnehmende, die eine Kurzarbeitsentschädigung erhalten, haben keinen zusätzlichen Anspruch auf diese Entschädigung.
    • Anspruchsberechtigt sind auch Eltern von Jugendlichen, die in eine Sonderschule gehen oder einen Intensivpflegezuschlag der IV erhalten. Voraussetzung ist, dass die Sonderschule, respektive die Schule oder die Eingliederungsstätte wegen den Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geschlossen wurde.

    Haben beide Eltern Anspruch auf die Entschädigung?
    Jeder anspruchsberechtigte Elternteil hat Anspruch auf die Entschädigung. Je Arbeitstag wird für die Eltern jedoch nur eine Zulage ausbezahlt. 
    Wenn beide Elternteile Anspruch auf die Entschädigung haben, ist nur eine Ausgleichskasse zuständig: Jene der Person, die zuerst einen Anspruch geltend macht. 

    Wann beginnt und wann endet der Anspruch auf Entschädigung?
    Er beginnt am 4. Tag, an dem alle Voraussetzungen erfüllt sind und endet, wenn eine Betreuungslösung gefunden wurde oder wenn die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus aufgehoben werden.
    Für selbständigerwerbende Eltern endet der Anspruch, wenn eine Betreuungslösung gefunden wurde, spätestens aber wenn 30 Taggelder gezahlt wurden. 

    Gibt es die Entschädigung auch während der Schulferien?
    Wenn die Schule während der Ferien üblicherweise keine Betreuung anbietet, besteht in dieser Zeit kein Anspruch auf Entschädigung.

    Gibt es die Entschädigung auf jeden Fall?
    Wenn die anspruchsberechtigte Person bereits Leistungen aus einer anderen Sozial- oder Privatversicherung bezieht, hat sie keinen Anspruch auf die Entschädigung. Bei Lohnfortzahlung ist der Arbeitgeber anspruchsberechtigt. 

  • Quarantäne

    Voraussetzungen

    • Personen, die sich in Quarantäne befinden und ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, haben Anspruch auf eine Entschädigung, wenn sie im Zeitpunkt des Erwerbsunterbruchs: 
      . obligatorisch bei der AHV versichert sind (also in der Schweiz wohnen oder in der Schweiz erwerbstätig sind); und 
      . einer unselbständigen oder selbständigen Erwerbstätigkeit nachge- hen. 
    • Bei Lohnfortzahlung ist der Arbeitgeber anspruchsberechtigt. 
    • Wenn die Arbeit von zu Hause aus möglich ist, besteht kein Anspruch auf Entschädigung. 

    Wann beginnt und wann endet der Anspruch auf Entschädigung?
    Der Anspruch beginnt frühestens am 17. März 2020 und endet mit Aufhebung der Quarantäne, spätestens aber sobald 10 Taggelder ausgerichtet wurden. 

  • abgesagte Veranstaltungen

    Voraussetzungen

    Eine Entschädigung für Erwerbsausfall aufgrund geplanter Veranstaltungen, die wegen des Veranstaltungsverbots abgesagt werden mussten, ist möglich für:

    • Neu: in eigener Firma (GmbH, AG) angestellte Personen im Veranstaltungsbereich, die sich in einer Härtefallsituation befinden, 
    • Selbständigerwerbende Veranstalter
    • Selbständigerwerbende Zulieferer: z. B. Catering
    • Sellbständigerwerbende Dienstleister: z. B. Messebauer, Licht- und Tontechniker, Zeltbauer
    • Freischaffende Künstlerinnen und Künstler: z. B. Musiker, Autoren

    Der Erwerbsausfall muss aufgrund der Verordnung des Bundesrates entstanden sein.
    Für die Entschädigung gilt kein Höchstalter: Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, besteht auch im Rentenalter Anspruch darauf.

    Wann beginnt und wann endet der Anspruch auf Entschädigung?
    Der Anspruch besteht an den Tagen der abgesagten Veranstaltung wie auch an den dem Arbeits­aufwand entsprechenden Tagen vorher und nachher, frühestens am 17. März 2020 und längstens, bis die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus aufgehoben werden. 

    Gibt es die Entschädigung auf jeden Fall?
    Wenn die anspruchsberechtigte Person bereits Leistungen aus einer anderen Sozial- oder Privatversicherung bezieht, hat sie keinen Anspruch auf die Entschädigung. 
    Beispiel: Bezieht eine unter Quarantäne gestellte Person ein Taggeld einer Krankenversicherung, besteht kein Anspruch auf die vorliegende Entschädigung. 

Höhe der Corona Erwerbsersatzentschädigung

  • Berechnung

    Die Entschädigung beträgt 80 Prozent des durchschnittlichen Bruttoerwerbseinkommens, das vor Beginn des Anspruchs auf die Entschädigung erzielt wurde, höchstens aber 196 Franken pro Tag. Als Basis dient die aktuellste Beitragsverfügung des Jahres 2019. 
    Den Höchstbetrag des Taggelds erreichen Arbeitnehmende mit einem durchschnittlichen Monatslohn von 7350 Franken (7350 x 0,8 / 30 Tage= 196 Franken/Tag). 

  • Berechungsbeispiele

    > Berechnungsbeispiel für InhaberInnen eines Coiffeursalons, die ihren Betrieb schliessen müssen
    Karin C. ist selbstständigerwerbend und führt einen Coiffeursalon. Für die Berechnung ihrer Entschädigung ist das in einen Tagesverdienst umgerechnete Jahreseinkommen massgebend, das zur Festlegung ihres letzten persönlichen AHV-Beitrags vor Beginn ihres Anspruchs herangezogen wurde. Dazu wird das Jahreseinkommen mit 0,8 multipliziert und durch 360 geteilt. Bei Karin C. beträgt dieses Jahreseinkommen 45 000 Franken, was ein Taggeld von 100 Franken ergibt (45 000 x 0,8 / 360 Tage = 100 Franken/Tag). 

    > Berechnungsbeispiel für eine Angestellte, die sich um ihre Kinder kümmern muss 
    Antonia B. arbeitet als kaufmännische Angestellte in einem Unternehmen. Ihre Kinder können ab 16. März 2020 nicht mehr zur Schule gehen und sie muss sie selber betreuen. Ihr Monatslohn im Februar 2020 betrug 5 400 Franken. Somit beträgt ihre Entschädigung 144 Franken pro Tag (5 400 x 0,8 / 30 Tage = 144 Franken/Tag).

    > Berechnungsbeispiel für eine Selbständige Coiffeuse, die sich um ihre Kinder kümmern muss
    Karin C. ist selbständigerwerbend und führt einen Coiffeursalon. Für die Berechnung ihrer Entschädigung ist das in einen Tagesverdienst umgerechnete Jahreseinkommen massgebend, das zur Festlegung ihres letzten persönlichen AHV-Beitrags im Jahr vor Beginn ihres Anspruchs herangezogen wurde. Sofern sie ihre Kinder aufgrund der Schulschliessung ab 16. März 2020 selber betreuen muss, wird die Entschädigung basierend auf der aktuellsten Beitragsverfügung 2019 berechnet. Dazu wird das Jahreseinkommen mit 0,8 multipliziert und durch 360 Tage geteilt. Bei Karin C. beträgt das Jahreseinkommen 45 000 Franken, was ein Taggeld von 100 Franken ergibt (45 000 x 0,8 / 360 Tage = 100 Franken/Tag). 

    > Berechnungsbeispiel für eine Angestellte, die unter Quarantäne gesetzt wurde
    Martha M. arbeitet als Verkäuferin in einem Unternehmen. Sie wurde am 20. März 2020 durch ihren Arzt in Quarantäne gesetzt. Homeoffice ist in ihrem Beruf nicht möglich. Ihr Monatslohn im Februar 2020 betrug 5 400 Franken. Somit beträgt ihre Entschädigung 144 Franken pro Tag (5 400 x 0,8 / 30 Tage = 144 Franken/Tag). 

    > Berechnungsbeispiel für einen Selbständigerwerbenden, der in Quarantäne gesetzt wurde Marco P. ist selbständigerwerbend und führt einen Take away. Er wurde am 20. März 2020 durch seinen Arzt in Quarantäne gesetzt. Für die Berechnung seiner Entschädigung ist das in einen Tagesverdienst umgerechnete Jahreseinkommen massgebend, das zur Festlegung seines letzten persönlichen AHV-Beitrags im Jahr vor Beginn seines Anspruchs herangezogen wurde. Die Entschädigung wird basierend auf der aktuellsten Beitragsverfügung 2019 berechnet. Dazu wird das Jahreseinkommen mit 0,8 multipliziert und durch 360 geteilt. Bei Marco P. beträgt dieses Jahreseinkommen 45 000 Franken, was ein Taggeld von 100 Franken ergibt (45 000 x 0,8 / 360 Tage = 100 Franken/Tag). 

    > Berechnungsbeispiel für einen Musiker, dessen Konzert abgesagt wurde
    Benjamin K. ist selbständigerwerbender Musiker. Aufgrund der Massnahmen des Bundes wurde sein Auftritt im Hallenstadion für den 20. März 2020 abgesagt. Für die Berechnung seiner Entschädigung ist das in einen Tagesverdienst umgerechnete Jahreseinkommen massgebend, das zur Festlegung seines letzten persönlichen AHV-Beitrags im Jahr vor Beginn seines Anspruchs herangezogen wurde. Die Entschädigung wird basierend auf der aktuellsten Beitragsverfügung 2019 berechnet. Dazu wird das Jahreseinkommen mit 0,8 multipliziert und durch 360 geteilt. Bei Benjamin K. beträgt dieses Jahreseinkommen 45 000 Franken, was ein Taggeld von 100 Franken ergibt (45 000 x 0,8 / 360 Tage = 100 Franken/Tag).

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